Freitag, Oktober 08, 2010

Anders herum, macht es Sinn- Hartz IV Aufstocker

Die Presse hat es wohl auch nicht verstanden. Da beklagt sich der Spiegel, dass ALG II Beziehern vom selbst verdienten Geld nur wenig bleibt. Das wäre nun wirklich ein Skandal, wenn man es als den Normalfall betrachten möchte, von den Leistungen der Allgemeinheit unterstützt zu werden.

Ich sehe es aber als den Normalfall an, dass ich mir meinen Lebensunterhalt selbst verdiene und nur dann auf staatliche Unterstützung zurückgreife, wenn es mir nicht gelingt aus eigener Kraft so viel zu verdienen, dass es ausreicht.

Wer Geld verdient, darf es behalten. Er bedarf nur weniger zusätzlicher Unterstützung. Und das finde ich auch richtig, weil es Ausdruck einer Selbstverantwortung ist.

Von mir aus sollen Hartz IV Empfänger, die einen zumutbaren Job auch im Geringverdienerbereich nicht annehmen, vorwiegend mit Gutscheinen bedacht werden. Wer sein Geld selbst verdient, kann damit kaufen, was er will, wer es vorzieht sich durchfüttern zu lassen, muss nehmen, was auf den Tisch kommt.

Vielleicht kann man auf diese Weise einen Teufelskreislauf durchbrechen, bei dem von einem angebotenem Stundenlohn schon gedanklich die Stütze abgezogen wird- "für 3 € die Stunde arbeite ich nicht".

Kommentare:

  1. Ja, die Arbeitnehmer könnten ruhig für weniger arbeiten. Es reicht ja, wenn die Arbeitgeber eine Pauschale von 1 bis 5 Euro zahlen und den Rest zahlt bis zur H4-Höhe der Staat. Dann würde zwar das Steueraufkommen sinken, aber das wäre ja leicht auszugleichen. Man könnte ja die Freiberufler, bzw. die Rechtsanwälte höher besteuern, so das sich das ausgleicht. Oder man senkt die Gebühren. Sollte ihnen das nicht reichen, müssen sie halt mehr arbeiten, oder auch H4 Aufstockung beantragen... Natürlich könnte man auch die Firmen höher besteuern, aber das würde den schönen Wirtschaftsaufschwung behindern. Dann doch lieber die Anwälte, von denen es sowieso genug gibt...

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  2. Danke für das Negativbeispiel. Liebe Kinder, das, was da oben steht ist ein Beispiel für ein Argumentieren völlig neben der Sache.

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  3. ganz falsch ist es aber nicht, dass etliche arbeitgeber ihre firmen zu einem nicht unerheblichen teil auf staatskosten finanzieren. von daher liegt durchaus vergleichbarkeit mit arbeitnehmern vor, die sich vom staat trotz erwerbsmöglichkeiten "durchfüttern" lassen....BEIDE anspruchshaltungen sind abzulehnen

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  4. manuel, dem stimme ich ja durchaus zu. Dem Missbrauch von staatlichen Leistungen muss ein Riegel vorgeschoben werden.

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  5. rechtsanwälte verdienen eh genug,und können denke ich mal nicht in die situation der hartz IV empfänger hinein denken.leben sie mal von hartz IV herr RA.dann werden sie es spüren am eigenen leib und seele.

    asdfe

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  6. Es fallen im Text Worte, wie 'verdienen' und 'selbst verdient', 'aus eigener Kraft. Wussten Sie schon, dass Großverdiener nur deshalb groß verdienen, weil ihnen das Verdienen vererbt wurde. In unserer Gesellschaft, kann außerdem von verdienen nicht mehr gesprochen werden, wenn Zinsen ein Vermögen anhäufen, das unverdient vermehrt wurde.

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  7. Was hier viele nicht sehen: Von diesen hohen Gebühren sollen auch noch Angestellte und die weitere Peripherie auch noch bezahlt werden. Und wenn man diese "Schieb-mir-alles-in-den-Arsch"-Mentalität auch noch dadurch erkennt, dass auch noch gefordert wird, dass man weniger verdiene, damit andere mehr Geld oder so haben, geht mir die Hutkrempe hoch. Einerseits immer mehr haben wollen und andererseits anderen nicht die Früchte ihrer Arbeit gönnen. Eine sehr soziale Einstellung. Es wundert mich nicht mehr, dass viele Leistungsträger keine Lust mehr haben noch mehr an den Staat abzugeben und gleichzeitig auch noch Prügel vom Mob zu beziehen.

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  8. Zitat: "Von mir aus sollen Hartz IV Empfänger, die einen zumutbaren Job auch im Geringverdienerbereich nicht annehmen, vorwiegend mit Gutscheinen bedacht werden."

    Hat der Verfasser dieser Zeilen schon einmal bedacht, wie er sich dabei fühlen würde, mit dem Kainsmal eines Gutscheins Lebensmittel einkaufen gehen zu müssen? Die Menschenwürde scheinen einige Zeitgenossen für ein Relikt aus fernen Zeiten zu halten. - Ganz abgesehen davon: Kein Einzelhändler ist verpflichtet dazu, sich auf Gutschein-Unsinn einzulassen, es wäre dringend allen zu raten, derlei Unsinn schon im wohlverstandenen Interesse ihrer Kunden nicht anzumehmen.

    Zitat:"Wer sein Geld selbst verdient, kann damit kaufen, was er will, wer es vorzieht sich durchfüttern zu lassen, muss nehmen, was auf den Tisch kommt."

    Der Verfasser der Zeilen hat also soviel selbständige oder abhängige Arbeit in der Hinterhand, daß er damit den 3 bis 8 Millionen (je nachdem wie man es betrachtet) Nicht- und Unterbeschäftigten zu suffizienten Einkommen verhelfen kann? - Dann bitte her damit.
    Wer rechnen kann ist hier im Vorteil, aber wir wissen ja: Justitia non calculat (Justitia rechnet nicht). Denken ist ihr aber nicht verboten.

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  9. Wenn unsere Politker nur etwas Hirn hätten, dann würde sie einen Mindestlogn für EU-Ausländer einführen - und nicht etwa für einheimische Bürger. Habe auch schon mal Essens-Gutscheine von der ARGE bekommen - bei 3Monaten 100%iger Sanktion auf Hartz IV...

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