Donnerstag, Juni 24, 2010

Offener Brief an die Allianz

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir erlauben uns, an die Begleichung unserer Kostenrechnung vom 25.05.2010 zu erinnern. Die Zustände bei der Allianz sind unhaltbar. Das ist gewiss nicht Schuld der Sachbearbeiter, sondern der Unternehmensleitung. Sowohl in Krafthaftpflichtschäden als auch bei der Rechtschutzversicherung müssen wir eine zögerliche und zum Teil skurile Bearbeitungspraxis feststellen.

Wir regen an, dieses Schreiben in Kopie dem Betriebsrat und der Geschäftsleitung vorzulegen. Alleine der Unsinn mit einer zentralen Post- und Telefaxeingangsstelle macht es unmöglich mit den Sachbearbeitern direkt in Kontakt zu treten. Dem Unternehmensberater, der dieses Konzept vorgeschlagen hat, sollte das Honorar entzogen werden

Mit freundlichen Grüßen

Philipp C. Munzinger
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Familienrecht

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Donnerstag, Juni 17, 2010

Skandal

Ich wundere mich über die WM-Hymne: Waka Waka von Shakira. Der Titel ist eindeutig von Waka Waka von "Las Chicas del Can" 1981 abgekupfert. Im Untertitel heißt es "El negro no puede- der Schwarze kann nicht. Ob das der FiFa und Südafrika bewußt war? Ich finde die WM klasse.

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Montag, Juni 14, 2010

Branchenregisterabzocke

Herr Kollege Dosch berichtet hier von einem Mandanten, der sich erfolgreich gegen eine Zahlungsaufforderung zur Wehr gesetzt hatte. Welche Chance haben eigentlich Geschädigte, die auf eine amtlich aufgemachte Zahlungsaufforderung bereits geleistet haben?

Heute liegt mir ein Vorgang auf dem Tisch, bei dem eine GmbH, die Ende Mai im Bundesanzeiger erschienen ist, sechsmal (in Worten 6 mal) eine Zahlungsaufforderung erhalten hat, in der im wesentlichen der Wortlaut der amtlichen Veröffentlichung enthalten war, verbunden mit dem -Angebot- im Kleingedruckten, diese Angaben auch im eigenen Dienst zu veröffentlichen. Außerdem der Text:"Bitte beachten Sie, dass Sie gegenwärtig mit uns in keiner laufenden Geschäftsbeziehung stehen. Der Betrag für die Eintragung ist fakultativ auf das unten angegebene Konto zu entrichten. (oder so ähnlich).

Der Mandant hat brav sechsmal bezahlt und damit sechsmal einen 24-Monate-Vertrag abgeschlossen, Kosten rund 12.000,00 EURO.

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Donnerstag, Juni 10, 2010

Gewinnspielmafia und Adresshandel

Mandantschaft legt mir ein Schreiben einer "WirtschaftsService GmbH" aus Schwerte vor, die eine FS Zahlungsmanagement UG i.Gr. aus Krefeld vertritt.

Es wird eine Forderung aus einem Gewinnspiel Superbonus49 AN vom Sommer 2009 geltend gemacht, welches von einer Fa. Ankaphone (ohne Sitz und Rechtsformbezeichnung) veranstaltet worden sein soll.

In dem Schreiben wird auf ein Telefonat hingewiesen, welches durch Sprachaufzeichnung dokumentiert wurde. Mandantschaft soll darin ihre Teilnahme zugesagt haben.

Es gab tatsächlich ein Telefonat. Darin wurde die Teilnahme aber ausdrücklich abgelehnt.
Trotzdem erhielt Mandantschaft kurz darauf ein Schreiben einer Winteam49 Tippgemeinschaft, Extrafone GmbH, Färbergasse 13, A-6850 Dornbirn bzw. Lottoservice Ltd, Alfred-Peters-Str. 4, AG-1767 St. Johns.

Auf Rückfrage von mir, erklärte Mandantschaft, man habe zuvor bei mehreren Gewinnspielen mitgemacht.

Lieber Leser, liebe Leserin,

zu verschenken hat niemand etwas. Nahezu alle Gewinnspiele haben alleine den Zweck, Kundendaten einschließlich Adresse, telefonnummer und Bankverbindung zu sammeln.

Der Fall hier zeigt, wie munter eine Adresse weitergereicht wird. Selten ist es so offensichtlich wie hier, dass nämlich von Firma A ein Teilnahmebestätigungsschreiben kommt, von Fa. B dann einige Monate später die vermeintliche Forderung geltend gemacht wird.

Derartige Schreiben können Sie getrost in den Papierkorb schmeißen. Ich habe es in meiner Praxis noch nicht erlebt, dass irgendeine Gewinnspielfirma weitergegangen wäre, als unter dem Briefbogen eines Inkasso-Büros eine dreistellige Forderung geltend zu machen.

Lassen Sie sich von Zahlen, vermeintlichen Kosten und Begriffen wie Gerichtsvollzieher, Offenbarungseid und Zwangsvollstreckung nicht einschüchtern. Genau das bezwecken die damit. Noch kein einziger meiner Mandanten wurde bislang verklagt oder hat einen Mahnbescheid erhalten; denn das kostet tatsächlich Geld.

Sollten Sie jedoch entgegen aller Wahrscheinlichkeit doch Post vom Gericht erhalten, dann dürfen Sie dieses Schreiben nicht ignorieren, weil hierdurch Fristen in Gang gesetzt werden, bei deren Versäumen Sie den Fall verlieren können, obwohl sie im Recht sind.

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Nachtrag: Mandantschaft hat nun ein Schreiben von Winteam49 erhalten. Darin steht sinngemäß, die WirtschaftsService Gmbh und die FS Zahlungsmanagement UG i.Gr. sind Betrüger, die nicht mit Winteam49 zu tun haben und auch nicht von dort beauftragt wurden. Man bedauert die Unannehmlichkeiten, falls Mandantschaft ebenfalls eine Zahlungsaufforderung erhalten haben sollte.

Schon als das Fax an die Inkassobude nicht durchging, kam mir die Sache seltsam vor. Jetzt habe ich Mandantschaft zur Polizei geschickt.

Mittwoch, Juni 09, 2010

Heiliger Bürokratius

In einer Sache vor dem Landgericht schreibe ich einen Schriftsatz

An Landgericht
per Telefax: xxxxx-xxxxx xx

Az:
2 Abschriften per Telefax: xxxxx-xxxx xx

Zum Beleg dafür, dass die Gegenseite den Schriftsatz erhalten hat, habe ich die Abschriften vorab an den Kollegen gefaxt und das Sendeprotokoll mit verkleinertem Auszug der 1. Seite dem Schriftsatz an das Gericht beigefügt.

Gem. §§ 133, 195 ZPO ist das zulässig.

Jetzt erreicht mich ein Fax des Gerichts: Die Abschriften zum Fax vom xx.xx.xxxx sind hier in nicht lesbarer Form eingegangen. (Habe gar keine übermittelt). Um nochmalige Übersendung wird gebeten.

Unter der Telefonnummer auf diesem Fax-Schreiben meldet sich erwartungsgemäß niemand.
Und das Fax ist besetzt. (Das wäre ja auch zu einfach gewesen.)

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Mittwoch, Juni 02, 2010