Dienstag, September 10, 2013

Eine Reise, zwei Fluggesellschaften, drei Ärgernisse

I. Ein privater Anlass führte meine Familie, mich, Freunde, Bekannte und Verwandte jüngst nach England.

II. Dabei flogen wir mit Ryan Air von Hahn nach London-Stansted und zurück. Andere flogen mit Lufthansa von Frankfurt/Main nach London-Heathrow und zurück.

IIIa. Bei der Fluglinie RA sind die Ticketpreise günstig, dafür kostet so gut wie alles zusätzliches Geld, so dass der Spareffekt sehr bald homöopathische Züge aufweist. Im Februar 2013 buchte ich also für 5 Personen die Tickets. Preis (einfach) pro Person ca. 50,- EUR. Dazu buchte ich - es war ein Kurztrip- zwei Koffer für je 40,- EUR. Bei Ryan Air beträgt das Freigewicht pro Koffer 15 Kilogramm, während andere Mitbewerber den Kunden 20 Kilogramm pro aufgegebenen Gepäckstück einräumen. Nun ja, im Februar kann man noch nicht so genau abschätzen, was im August tatsächlich eingepackt wird. Es empfiehlt sich jedoch bei Ryan nicht an der falsche Stelle zu sparen. Mit diversen Zusatzkosten für Sitzplatzreservierung, Gepäck und Kreditkatenaufschlag, summierte sich der Reisepreis schließlich auf 750,-- EUR.

Beim Einchecken für den Hinflug zeigte die Waage nämlich 20,x bei dem einen Koffer an, das professionell arbeitende Bodenpersonal wies auch umgehend auf das "Übergewicht" hin. Noch innerlich entspannt fragte ich, was das denn  nun kosten solle? Pro Kilo 20 Euro, in summa 100,00 EUR.
Nun musste ich schlucken, nolens volens zahlte ich.

IIIb. Beim Rückflug wollte ich schlauer sein. Ich kaufte in England ein leeres Gepäckstück, um beim Einchecken das auf drei Koffer verteilte Gepäck aufgeben zu können. Im Vorverkauf war der Koffer mit 40 EUR doch deutlich günstiger. Auch in London-Stansted war das Personal sehr professionell. Ohne eine Miene zu verziehen, sagte die kühle Dame am Empfang: "one hundred pound"!!!
Auch diesen Betrag zahlte ich, wenn auch ohne große Begeisterung.

Fazit:
Von Ursprünglich 750,00 EUR stiegen die Reisekosten fast auf 1000,00 EUR.
Mein jüngster Sohn wiegt 1/6 so viel wie sein Vater, zahlt aber den selben Preis für sein Ticket.
5 Kilo Übergepäck kosten pro Strecke genauso viel, wie die Beförderung von zwei Personen
Ein zusätzlicher Koffer fliegt bei Herrn O' Learys Luftfahrtlinie für mehr Geld mit als sein Besitzer.
Dieses Geschäftsgebahren hat mich überzeugt - nie, nie, nie wieder!!!

IIIc. Auch die Freunde, die mit Lufthansa unterwegs waren, hatten auf dem Rückflug nicht das rechte Vergnügen. Um Montags arbeiten zu können, hatten diese extra den Rückflug für Sonntag gebucht. Wegen eines technischen Defektes am Flugzeug wurde dieser Flug allerdings annulliert. So kamen beide am Montag zu spät zur Arbeit. Entschädigung wurde von Lufthansa unter Hinweis auf Artikel 5 Abs. 3 der EU-Flugastrechte VO verweigert. Hier werde ich mal mit BGH Xa ZR 76/07 vom 12.11.2009 gegenhalten.

Kommentare:

  1. Zu Ryanair: Selbst schuld. Lange bekannt, das Geschäftsgebahren. Wer darauf 2013 noch reinfällt der hat es nicht besser verdient. Das kommt davon, wenn man cleverer als alle anderen sein und sparen will. Am Ende zahlt man mehr und hat weniger als beim vermeintlichen teureren Konkurrenten mit dem Kranich auf dem Leitwerk. Und Hahn ist nicht Frankfurt, nicht bei 115 km Entfernung. Das gleiche gilt für Stansted ;).

    Zu Lufthansa: ärgerlich, aber das sollte in der Regel auch ohne Hinweis auf Gerichtsurteile regelbar sein, so kenne ich die LH jedenfalls.

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  2. Dafür gibt es 10kg Handgepäck. Und 5 Personen im Flugzeug für 1000 €...nicht ernsthaft teuer. Das Schlimmste bei RA dürfte die verschwendete Lebenszeit bei der Buchung im Internet.

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  3. @ Wolf J. Reuter
    Mag sein, dass auch 1000 € noch ein angemessener Preis wären. Die zahle ich gerne, wenn sie offen ausgewiesen werden. Dieses versteckte Abgreifen weiterer gebühren und Aufschläge ist aber das Allerletzte - vom Service mal ganz zu schweigen

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    1. @RA Munzinger - nach dem letzten Ryanairflug fällt es mir sehr, sehr, sehr schwer, Ihre natürlich stark emotional geprägte und subjektive Beurteilung von RA - ahem - nicht zu teilen. Wenigstens haben Sie die Option gefunden, mit der man die sinnlose Reiserücktrittsversicherung abwählen kann...:-)

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