Freitag, Januar 28, 2011

Aufruf an die Boulevardblätter - Fall Mirco

Hochverehrte Journalisten,

der Fall Mirco geht vielen Menschen sehr nahe, so auch mir, zumal ich dreifacher Familienvater bin. Die Versuchung ist groß, die Verzweiflung, die Einsicht, dass sich derartige Untaten immer wieder ereignen werden, am Täter auszulassen.

Die Polizei in Mönchengladbach hat nun einen Menschen festgenommen, der der Tat dringend verdächtigt wird. Auch diesem Mann steht die Unschuldsvermutung zur Seite.

Angenommen er würde verurteilt werden, dann hat er durch seine Tat das Leben einer anderen Familie zerstört. Warum sollte man dann noch Rücksicht auf dessen Befindlichkeiten nehmen?

Auch dieser Mann ist Familienvater und soll 2 Kinder haben.

Sollten wir nicht Rücksicht nehmen auf die Befindlichkeiten dieser Kinder und deren Mutter? Wie sollen diese Menschen klar kommen, wenn die Massenmedien uns täglich eintrichtern, der Vater und Ehemann sei eine Bestie, ein Monster, ein Kinderschänder?

Etwas mehr Zurückhaltung in der Berichterstattung sollte geboten sein. Damit nicht noch mehr unschuldige Menschen unter den Auswirkungen dieser Tat zu leiden haben.

Kommentare:

  1. Lieber Philipp,

    für derartige Aufrufe ist es zu spät. Unsere Medienwelt ist unerbittlich und rauh. Rücksicht geht zu Lasten der Quote. Und von der lebt man. Wir alle, die wir Medien konsumieren, unterstützen das, ob gewollt oder ungewollt. Der Mann ist vernichtet, seine Familie wahrscheinlich auch.

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  2. Guter Vorstoß. Bei Befragungen von Passanten wurde die Familie des mutmaßlichen Täters häufiger zum Thema gemacht. Auch soll sie durch die Polizei vorläufig untergebracht worden sein. Nach meiner Beobachtung eine neue Entwicklung, die ich sehr begrüsse.

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