Freitag, Juli 13, 2012

Der Untergang der Titanic vor Gericht und auf hoher See

Ich schätze Satire im Allgemeinen sehr, habe mich in mehreren Beiträgen mal mehr, mal weniger erfolgreich selbst daran versucht.

Beim letzten Coup der Zeitschrift ist mir das Lachen allerdings im Halse stecken geblieben.

Nicht, dass ich als bekennender Katholik die Person des Papstes für sakrosankt erachte. Nein, ein gut gemachter Witz auch auf Kosten des Papstes entlockt mir auch ein fröhliches Lachen. Das Photo von JP-II mit den zur Brille geformten Händen ist ein Highlight.

Bei den Photos von B-XVI habe ich ein ganz anderes Problem. Joseph Ratzinger ist 85 Jahre alt. Selbst bei einem Herrn XY im gleichen Alter würde ich mir jeden Scherz mit unangenehmen Begleiterscheinungen, die dieses Alter mit sich bringt, verbieten. So viel Respekt sollte Menschen entgegen gebracht werden, die auf ein langes Leben, unzählige schöne und leidvolle Erfahrungen zurückschauen können, doch entgegen gebracht werden.

Nun ausgerechnet den Papst im vollen Amtsornat als inkontinente Person darzustellen, ist niveaulos, geschmacklos und instinktlos.

Durch diese Aktion und deren weitere mediale Ausschlachtung hat dieses Magazin nun jede Sympathie bei mir verspielt.

(Auch wenn sie es verkraften werden können, von einem derart öffentlichkeits-wirksamen Medium wie meinem Blog abgewatscht zu werden)

Kommentare:

  1. Nunja, über Geschmack lässt sich streiten. Herr Ratzinger kann sehr gut austeilen, lässt gut austeilen und ist als Großinquisitor nicht zimperlich. Nunja, der Volksmund weiss, dass derjenige der austeilt auch einstecken können muss.

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  2. darüber sind die sicher untröstlich

    und wenn Sie jetzt auch noch Ihr Abo abbestellen ...

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  3. die beiden Kommentare zeigen: Niveau wird weitestgehend für eine Handcreme gehalten!

    RAUG

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  4. Wenn´s mit 85 noch fürs Papstsein reicht, muss er das eben aushalten. Sonst eben raus aus dem Job und der Kritik.

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  5. Vielleicht kann man sich den Empörungssabber mal abwischen und sich in Ruhe den Beitrag des Kollegen Stadler zu Gemüte führen:

    http://www.internet-law.de/2012/07/bis-zum-jungsten-gericht.html

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  6. @ Johannes
    Den Beitrag habe ich gelesen, danke. So sehr ich den Kollegen Stadler schätze, hier teile ich nicht seine Meinung. In den Kommentaren zu diesem Artikel ist auch ein Beitrag des Kollegen Schertz aud Spiegel Online verlinkt.

    Wenn ich oben von Respekt schreibe, der einem Menschen entgegen zu bringen ist, dann beschreibt dieses Wort, die Würde eines Menschen, die es zu achten gilt. Die missglückte Aktion der Titanic ist für mich ein direkter Angriff auf die Menschenwürde des Herrn Ratzinger, Papst oder nicht Papst.

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  7. Über Inkontinenz und Vatikan wurde auch im letzten "Neues in der Anstalt" hergezogen, ohne dass mir diesbezüglich gerichtliche Aktionen bekannt wurden. Wieso dann zweierlei Maßstab gegenüber der Titanic? Ist dem ZDF erlaubt, was der Titanic noch lange nicht erlaubt ist?

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  8. Zitat: »Nun ausgerechnet den Papst im vollen Amtsornat als inkontinente Person darzustellen, ist niveaulos, geschmacklos und instinktlos.« Man könnte aber auch sagen, das die Schande im Auge des Betrachters liegt, bzw. in dem was er sich vorstellt. Manche wollen in dem Bild unbedingt sehen, das er - sagen wir mal - ein Menschliches Bedürfnis nicht halten konnte. Das steht aber nicht da. Es gibt auch andere Deutungsmöglichkeiten. Man könnte also fragen wer verwerflicher ist, der Zeichner, der auch eine harmlose Deutung zuläßt (Getränk verschüttet), oder der Betrachter, der ein eindeutiges Mißgeschick sehen will...

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  9. Ihr Satireverständnis macht mir Sorgen, Herr Munziger. Anscheinend haben Sie Ihren satirischen Erwartungskorridor auf geistvolle kabarettistische Darbietungen verengt. Satire war, ist, wird und muss immer auch als respektloses Spottbild zulässig und anerkannt sein. Gerade die Respektlosigkeit vor vermeintlich hochstehenden und herausstechenden Persönlichkeiten wird als Korrektiv zur gewohnten Präsentation benötigt. Wenn Herr Ratzinger auf eine derart stumpfe Verhöhnung wie ein unbedarfter Medientölpel reagieren will, so steht ihm dies frei. Die Folgen werden ihn schon jetzt nachdenklich gemacht haben. Als er jedoch durch seinen Sprecher verlautbaren ließ, es würde sich gar um Blasphemie handeln, bin ich vor Lachen fast selbst inkontinent geworden.

    So gesehen war der Titanic-Coup ein absoluter Volltreffer und Entlarvung vom Allerfeinsten.

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  10. Wieso denn "ausgerechnet der Papst, in vollem Ornat"?
    Wenns nur um die Persönlichkeitsrechte eines alten, möglicherweise (man weiß es nicht) inkontinenten Mannes ginge, dann spielt es doch keine Rolle, ob der nebenbei Papst ist oder nicht.

    Dass es aber offensichtlich doch gerade darauf ankommt, dass der Herr R., als Papst B. X. aus V. (Postillion), der geistige Hirte von über einer Milliarde Menschen ist, deren Gefühle da gleich mitbeleidigt werden, macht der Kommentar deutlich. Wenn es aber um den Papst in seiner Funktion als Papst geht, müssen andere Maßstäbe gelten

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