Montag, März 26, 2012

16-jähriger verprügelt 3 Polizisten

Ich bin der festen Überzeugung, mir gerade eine Märchenlektüre in Form einer Ermittlungsakte zu Gemüte geführt zu haben.

Da randaliert ein Jugendlicher in der häuslichen Wohnung. Die hilflosen Eltern rufen die Polizei - dein Freund und Helfer!

Die Freunde rücken mit drei Helfern an und fesseln den Jugendlichen mit Handschellen auf dem Rücken.

Und trotzdem soll es ein 1,75 m großer und 75 kg schwerer junger Mann fertig gebracht haben, alle drei zu verletzen, zwei davon dienstunfähig zu machen und zum krönenden Abschluss noch mit seinem Kopf eine stabile Hauseingangstür aus Glas zerstört zu haben.

Dass an der Story etwas faul sein könnte, entnehme ich dem Protokoll der ärztlichen Blutentnahme. Da steht nämlich kein Wort zu irgendwelchen Kopf-Verletzungen des Beschuldigten, obwohl auf einem drei Wochen später angefetrtigten Foto noch ein deutliches Veilchen zu erkennen ist.

Halleluja*) Hurra, wo war eigentlich Chuck Norris?



*) Nach katholischem Ritus wird dieser Ausruf in der Fastenzeit gemieden.

Kommentare:

  1. Fortsetzung des Märchens: Anzeige gegen die 3 Beamten wg. Körperverletzung & uneidlicher Falschaussage ?

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  2. Lassen Sie mich raten: Es gibt drei unabhängige, vertrauenswürdige, bis zum letzten Buchstaben lautgleiche Zeugenaussagen von Menschen, denen die kriminalistische Erfahrung besondere Wahrheitstreue attestiert.

    Die Eltern verweigern die Aussage, werden gleichzeitig von den drei Zeugen nicht belastet. Zwischen den beiden Fakten des vorhergehenden Satzes besteht kein kausaler Zusammenhang.

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  3. ...und die Eltern haben ganz bestimmt völlig ohne Grund die Polizei gegen ihren eigenen Sohn zur Hilfe gerufen?

    In der Straßenbahn sieht man manchmal Jugendliche, denen zumindest ich durchaus zutrauen würde, dass sie mit drei übergewichtigen, unsportlichen Gesetzeshütern fortgeschrittenen Alters selbst mit gefesselten Händen noch fertig werden, erst recht wenn vielleicht noch Alkohol oder Drogen mit im Spiel sind.

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  4. Es gibt doch so viel schönere Entschuldigungen wie "er ist im Zellentrakt auf einem Stück Seife ausgerutscht".

    In welchem Revier ist denn der Vorfall passiert? Für Rosenheim wäre der Jugendliche mit einem Veilchen noch recht glimpflich davon gekommen.

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    1. Wir haben Polizeigewalt gerade selbst erfahren dürfen…schon schlimm, aber viel schlimmer war das, was hinterher passiert.
      Die Justiz schützt die Schläger und verurteilt die Geprügelten, im Anhang findet Ihr Hintergrund für diesen Fall.

      Auch möchte ich Euch den Beitrag aus dem Programm des Deutschlandfunks nicht vorenthalten, welcher exakt dieselbe Vorgehensweise wie bei unserem Sohn beschreibt:

      “Außer Kontrolle – Polizeieinsatz mit Folgen”, Beitrag vom 16.02.2012, 19:23, Autor: Tim Aßmann, Sendung DLF-Magazin, Länge: 05:33 Min, Text zum Beitrag: Besuch von den Rosenheim-Cops…

      http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/02/16/dlf_20120216_1923_2470476b.mp3

      Zum Hintergrund:
      In diesem Verfahren wurde gegen unseren 20jährigen Sohn ermittelt, welcher in Hamburg-Harburg lebt und an einem Sonntag im August 2011 versehentlich seine Haustür für mehrere Stunden offen stehen ließ, ein besorgter Nachbarn bemerkt dies und rief zur Überprüfung die Polizei, eigentlich etwas Positives, aber dies nur zur Vorgeschichte.
      Mein Sohn arbeitet oftmals nachts und hatte eine 20Std-Schicht hinter sich, war im Halbschlaf und übermüdet von seiner Freundin aus dem Bett an die Haustür gerufen worden.

      Bei der Überprüfung seines französischen Ausweises, seine Mutter ist Französin, schlug die Stimmung radikal um und die beiden Polizei-Beamten, Kommissar und Oberkommissar, begannen unseren Sohn zu provozieren, es kam zu Rangeleien und er wurde von beiden Beamten brutal auf dem Boden geworfen.
      Als er schon auf dem Bauch liegend keinen Widerstand mehr leistete und auf die Handschellen wartete, hat POK Conrad zusätzlich den Einsatz von Pfefferspray angeordnet. Er wurde mit Gewalt umgedreht und gezielt in das Gesicht gesprüht, und zusätzlich zwei Stöße auf Arme und Beine.

      In der Verhandlung saßen uns zwei Beamte gegenüber, welche stotternd und stammelnd zusammenhangloses Zeug erzählten, Jeder konnte hören und sehen, dass die Beamten logen, nicht die Wahrheit sagten.
      Nach Ansicht der Richterin Ulferts war der Polizeieinsatz und auch der Einsatz von Pfefferspray gerechtfertigt und verhältnismäßig, da er sich gewehrt hatte, die Höhe der Geldstrafe über 1.700€ wurde begründet mit Beamten-Beleidigung, welche unser Sohn während und nach dem Einsatz des Pfeffersprays heraus schrie. Nach Aussage der Beamten war dies ein probates Mittel ihn ruhig zu stellen, ist nichts Ungewöhnliches und wird sehr häufig angewendet.

      Allen Anwesenden war das Verfahren peinlich, Richterin Ulferts hat die Täter geschützt und unseren Sohn, welcher mit dem RTW ins AKH gebracht werden musste eine Lektion erteilt.

      Mein Fazit: Ich habe versucht alle möglichen Institutionen einzubinden, die GAL im Hamburger Rathaus, taz, Bild…alle haben sich mit dummen Ausreden geziert und gewunden.
      Die Polizei kann machen was sie will, lass Dich auch unbegründet von den Schlägern verprügeln, am besten Du liegst still am Boden und weinst still in Dich hinein…

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