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Freitag, September 20, 2019

Wenn es doch wahr wäre ...

Man findet in der Post einen Brief voll mit bunter Werbung. Man möchte diese in den Papierkorb entsorgen und dabei wird der Blick von einer Zahl gefangen.

250.000 EUR

Diesen Betrag könnte man mit etwas Glück gewinnen, wenn die zugewiesene Glückszahl mit der vorab gezogenen Glückszahl übereinstimmt.
Und siehe da, das Glück ist mir hold. Alle neun Ziffern stimmen überein, sogar in der richtigen Reihenfolge.


Also ab damit in die Post, bald können die Sektkorken knallen - und wenn sie durch die Decke gehen, was soll's?


Doch gemach. Zu verschenken hat keiner etwas, schon gar nicht eine Viertelmillion Euros.

Derartige Gewinnbenachrichtigungen zielen nur auf eines ab. Ist die angeschriebene Adresse noch aktiv? Fällt der angeschriebene Glückspilz in das Beuteschema?

Antwortet man auf diese Schreiben, wird die Werthaltigkeit des vorliegenden Datensatzes bestätigt. In der Folge wird der Briefkasten mit Werbung und dubiosen Angeboten nur so geflutet.
Vom versprochenem Gewinn sieht man gar NICHTS, nada, niente, nothing, rien.

Und gaaaaaaanz gefährlich ist der 2. Schritt. Im Kleingedruckten der Gewinnspielbedingungen ist nämlich versteckt, dass ein glücklicher Gewinner seine Identität mittels einer Kopie seines Personalausweises nachweisen muss.



Spätestens dann sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet.
Daher mein Rat, entsorgen Sie derartige Schreiben im Papierkorb und lassen Sie sich nicht von hohen Beträgen verwirren.


Donnerstag, September 23, 2010

Eine Wette

"Viele Warteschleifen gehen nicht nur auf die Nerven, sondern auch richtig ins Geld. Damit wird jetzt Schluss sein", sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner am Donnerstag Reuters. Warteschleifen sollten generell kostenfrei werden. Dies gelte sowohl für Telefonate aus dem Festnetz wie auch für Anrufe aus dem Mobilfunknetz. Quelle: reuters.de

Das gibt mit Sicherheit richtigen Ärger. Die bösen Mehrwertrufnummern im Blick wird der Bundestag in seiner Weisheit übersehen, dass man als Kunde auch gerne mal beim Anwalt, Arzt oder Angelsportverein in der Warteschleife hängt, bis man vom Sekretariat zu seinem erwünschten Gesprächspartner durchgestellt wird. Wie das organisatorisch und finanziell bewältigt werden kann, bleibt fraglich.

Und weil das ja ein gutes Geschäft zu werden verspricht, ist wohl nicht ganz unsinnig anzunehmen, dass sich Festnetz- und Mobilfunknetzbetreiber auf die neue Gesetzeslage einstellen und die Kosten für die Anwahl derartiger Mehrwertdienste kräftig erhöhen werden. Ganz im Sinne einer deep-pocket-mentality, denn der Angerufene muss ja für die Zeit in der Warteschleife zahlen. Rechenbeispiel: Durchschnittlich verbringt ein Kunde bei einem 15-minütigem Gespräch 10 Minuten davon in der Warteschleife. Also muss der Telefonkunde 1/3 der Kosten zahlen, der Mehrwertdiensterufnummerninhaber aber 2/3 der Kosten.

Da sich das nicht rechnet, werden die Warteschleifenanbieter sich bestimmt etwas Neues einfallen lassen und sich dem wohl meinendem verbraucherschutz auf die eine oder andere Art zu entziehen wissen.

Fazit: Viel CO2 produziert, ohne zählbares Ergebnis.